Betriebs- vs Berufshaftpflicht

Wo liegt der Unterschied zwischen der Betriebshaftpflicht und der Berufshaftpflicht?

Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung unterscheiden sich nur geringDie Berufshaftpflichtversicherung wird häufig mit der Betriebshaftpflichtversicherung verwechselt. Tatsächlich ist es in der Praxis nicht immer ganz leicht, die beiden Haftpflichtversicherungen auseinanderzuhalten. Doch es gibt einige wesentliche Unterschiede.

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Berufshaftpflicht vs Betriebshaftpflicht: Was ist der Unterschied?

Die Berufshaftpflichtversicherung bietet wie auch die Betriebshaftpflichtversicherung einen wichtigen Schutz, wenn Dritte durch die berufliche Tätigkeit eines versicherten Kunden geschädigt werden. Beide Haftpflichtversicherungen greifen, sobald Dritte Schadenersatzansprüche gegen die Versicherten geltend machen. Bei unberechtigten Ansprüchen bieten sie den Kunden passiven Rechtsschutz und wehren die Forderungen entsprechend ab, bei begründeten Ansprüchen leisten sie im Rahmen der vereinbarten Deckungssumme. Doch wo genau liegt dann eigentlich der Unterschied zwischen der Berufshaftpflicht und der Betriebshaftpflicht? Hierfür hilft zunächst ein Blick auf die jeweiligen Versicherungskunden:

Wer braucht eine Berufshaftpflichtversicherung?

Die Berufshaftpflicht ist eine Haftpflichtversicherung für spezielle Berufsträger und gewährt dementsprechend einen Versicherungsschutz für einzelne Personen. Die Berufshaftpflicht wird häufig auch als Vermögensschadenhaftpflicht bezeichnet und ist in Deutschland für bestimmte Berufsgruppen sogar eine Pflichtversicherung. So schreibt der Gesetzgeber vor, dass etwa Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare, Versicherungsvermittler, Rentenberater und Wirtschaftsprüfer über eine Berufshaftpflichtversicherung verfügen müssen, um überhaupt praktizieren zu dürfen. Auch die dienstliche Tätigkeit von Ärzten, Physiotherapeuten, Krankengymnasten, Heilpraktikern und Lehrern wird in der Regel mit einer Berufshaftpflicht abgesichert.

Wer braucht eine Betriebshaftpflichtversicherung?

Ein wenig anders verhält es sich mit der Betriebshaftpflicht, die manchmal auch als Gewerbehaftpflicht bezeichnet wird: Deren Abschluss ist zunächst einmal nicht gesetzlich vorgeschrieben, sie ist aber dennoch ein Muss für die meisten Unternehmen und Selbständigen. Wie der Name schon sagt, gilt der Versicherungsschutz bei der Betriebshaftpflicht nicht für einzelne Personen, sondern für den Betrieb, also das Unternehmen als juristische Person oder das Gewerbe. Die Versicherung deckt solche Haftungsverpflichtungen, die durch die betriebliche Tätigkeit entstehen können, wenn Dritten ein Schaden zugefügt wird. Darin inbegriffen sind auch solche Schäden, die einzelne Mitarbeiter während der Ausübung ihrer Tätigkeit verursachen.

Hinweis: Nicht immer lassen sich die Berufs- und die Betriebshaftpflicht dadurch eindeutig trennen, denn die Versicherungsgesellschaften bieten aufgrund der Nachfrage zum Teil auch Tarife an, die die beiden Haftpflichtversicherungen miteinander vereinen.

Versicherungsschutz bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden

Es gibt jedoch noch einen weiteren Unterschied zwischen den beiden Versicherungsarten, der nicht ganz unwichtig ist. Denn während die „klassische“ Betriebshaftpflicht in aller Regel nur bei Personen-, Sach- und daraus resultierenden Vermögenfolgeschäden greift, bezieht sich der Versicherungsschutz bei der Berufshaftpflicht im klassischen Sinn nur auf Vermögensschäden und nicht auf Personen- und Sachschäden. Aus diesem Grund kombinieren viele Versicherte die Berufshaftpflicht mit einer Bürohaftpflichtversicherung, die beispielsweise dann einspringt, wenn ein Mandant im Büro zu Schaden kommt. Anbei zwei Beispiele, um den Unterschied zwischen der Berufs- und der Betriebshaftpflicht noch einmal deutlich zu machen:

Beispiel zur Berufshaftpflichtversicherung

Ein Rechtsanwalt versäumt unbeabsichtigt eine Frist, was in der Folge dazu führt, dass sein Mandant einen berechtigten Schadenersatzanspruch vor Gericht nicht mehr geltend machen kann und somit einen echten Vermögensschaden erleidet. Der Mandant hat nun die Möglichkeit, von dem säumigen Anwalt entschädigt zu werden. Den entstandenen Vermögensschaden kann die Berufshaftpflicht regulieren.

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Beispiel zur Betriebshaftpflichtversicherung

Ein Betrieb kommt im Winter seiner Räum- und Streupflicht vor dem Betriebsgelände nicht nach. Ein Passant stürzt auf dem ungeräumten Weg so schwer, dass er in der Folge krankheitsbedingt sechs Wochen lang nicht mehr arbeiten. Für alle entstandenen Schäden – von den Behandlungskosten über den Verdienstausfall bis hin zu Schmerzensgeld – kann der Betrieb verantwortlich gemacht werden. Der Personen- und Vermögenfolgeschaden kann durch die Betriebshaftpflicht reguliert werden.